Die Klosterwiese in Breitbrunn

Die Scheinheiligen” – Radio Feature des Deutschlandfunks

Ein aktu­el­les Radio­fea­ture, auf­wen­dig recher­chiert von der Deut­sch­­lan­d­­funk-Redak­­teu­rin Gay Mayr, befasst sich mit den Ver­hal­tens­wei­sen der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land. Ein Mus­ter­bei­spiel für den unbe­ding­ten Wil­len, Macht und Pri­vi­le­gi­en zu fes­ti­gen, ist auch das Auf­tre­ten der Eigen­tü­mer der “Klos­ter­wie­se” in Breit­brunn. Zu hören ab ca. Minu­te 48 des ver­link­ten Beitrags.

Die Schein­hei­li­gen. Macht, Pri­vi­le­gi­en und Ungleich­heit in der katho­li­schen Kir­che. © Deutsch­land­funk 2022

Redak­ti­ons­text des Deutsch­land­funks zur Sendung:

Die Scheinheiligen 
Macht, Privilegien und Ungleichheit in der katholischen Kirche

Sexua­li­sier­te Gewalt und Mas­sen­aus­trit­te ver­an­las­sen Wür­den­trä­ger der katho­li­schen Kir­che in Deutsch­land zu immer neu­en Bekun­dun­gen von Scham und Reform­wil­len. Tat­säch­lich aber hält man an alten Ver­hal­tens­wei­sen fest – fes­tigt Macht und Privilegien.

Der katho­li­sche Chef­lob­by­ist in Ber­lin spricht von Tod­sün­de, wenn Frau­en ihre Schwan­ger­schaft abbre­chen, und erhält für sein poli­ti­sches Anlie­gen über­ra­schen­de Unterstützung. 

In einem ober­baye­ri­schen Dorf spie­len ein Orden und ein katho­li­sches Sozi­al­un­ter­neh­men im Duett auf der Kla­via­tur von Macht und Pri­vi­le­gi­en, und kaum jemand weiß etwas davon. 

Und die katho­li­sche Kir­che betreibt wei­ter­hin Kitas und Schu­len, größ­ten­teils finan­ziert aus öffent­li­chen Mit­teln, obwohl frag­lich ist, dass es mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist, wenn sie nur Män­ner zu Pries­tern weiht. Erst­mals wird der Vor­rang des kirch­li­chen Selbst­be­stim­mungs­rechts, mit dem dies gerecht­fer­tigt wird, in Fra­ge gestellt.

Link zur Sen­dung auf der Sei­te des Deutschlandfunks

Auslegung Bebauungsplan Breitbrunn Klosterwiese 2022

Etwas über­ra­schend hat die Gemein­de Herr­sching eine neue Fas­sung des geplan­ten Bebau­ungs­plans für das Are­al der Klos­ter­wie­se in Breit­brunn zur Stel­lung­nah­me ausgelegt. 

Um unse­ren Ver­eins­mit­glie­dern aber auch allen ande­ren Betrof­fe­nen die Chan­ce zu geben, das Ver­fah­ren wei­ter zu ver­fol­gen bzw. sel­ber aktiv zu wer­den, haben wir hier die Ver­lin­kung zu den aus­ge­leg­ten Doku­men­ten noch­mals veröffentlicht.

Außer­dem haben bereits meh­re­re Breit­brun­ner Ver­eins­mit­glie­der gegen die­se geplan­te Neu­fas­sung eines Bebau­ungs­plans Wider­spruch ein­ge­legt. Die zur Ver­öf­fent­li­chung von den jewei­li­gen Par­tei­en frei­ge­ge­ben Doku­men­te, die der Gemein­de Herr­sching bereits zuge­stellt wur­den, haben wir hier eben­falls verlinkt.

Wider­spruch von Andre­as Schwen­ter (PDF-Datei 152 KB) Down­load

Wider­spruch von B. Weber und Dr. A. Weber (PDF-Datei 94KB) Down­load

Die Wider­sprü­che rich­ten sich u.a. gegen die­se von der Gemein­de ver­öf­fent­lich­ten Dokumente:

Bekannt­ma­chung

Beschluss­aus­zug vom 06.06.2019

Planteil_Festsetzungen 02.07.2022

Begrün­dung

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über das Bauherrenmodell in Starnberg

So wie den Bau­her­ren „Am Wie­sen­grund Starn­berg“ wird es auch den Bau­her­ren „Klos­ter­wie­se Breit­brunn“ erge­hen. Der Bericht liest sich wie eine Blau­pau­se zum Pro­jekt in Breit­brunn. Nur dass in Breit­brunn die Pro­ble­me kom­ple­xer sind, die Gelän­deb­we­gun­gen mit Fol­ge­kos­ten ins Uner­mess­li­che gehen wer­den und der Wider­stand gegen den Ein­griff in die Ort­schafft erheb­lich stär­ker ist.

Am Wie­sen­grund läuft’s noch nicht rund: 51 Bau­her­ren erwar­ten die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs zur Nor­men­kon­troll­kla­ge eines Nach­barn.
 (Foto: Nila Thiel)

Link zum Bericht in der Süd­deut­schen Zei­tung vom 16.06.2021

Wollen Sie das wirklich? Soll sich Breitbrunn durch ein Großprojekt so drastisch verändern?

Es ist noch nicht zu spät. Die Mit­glie­der des Ver­eins Lebens­wer­tes Breit­brunn e.V. kämp­fen für den Erhalt der Klos­ter­wie­se für uns und für künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen. Unter­stüt­zen Sie uns und neh­men Sie Kon­takt mit uns auf!

Bebauung der Klosterwiese – Segen oder Fluch für Breitbrunn?

Breit­brun­ner Bür­ger sor­gen sich. Breit­brunn am Ammer­see ist ein wun­der­schö­ner dörf­li­cher Orts­teil von Herr­sching. Vie­le Feri­en­gäs­te ver­brin­gen hier ihren Urlaub weil sie hier noch das roman­ti­sche Länd­li­che am See fin­den. Die Bür­ger sor­gen sich jetzt wegen der zu erwar­ten­den mas­si­ven Ver­än­de­rung des Ortes durch ein pro­jek­tier­tes rie­sen­gro­ßes Neu­bau­ge­biet in einem innen­lie­gen­den Außen­be­reich im süd­li­chen Orts­ge­biet. Das Klos­ter Ursberg als Besit­zer und die Gemein­de Herr­sching wol­len das Pro­jekt vor­an­trei­ben. Vie­le Bür­ger sor­gen sich wegen der mas­si­ven Zunah­me des Ver­kehrs, um die Ver­kehrs­si­cher­heit, die bereits jetzt sehr erns­te Pro­blem­zo­nen in dem Wohn­ge­biet auf­weist, sie sor­gen sich um die Lärm­zu­nah­me, die Ver­min­de­rung der Wohn­qua­li­ti­ät, um den Ver­lust des Dorf­cha­rak­ters zuguns­ten eines mas­si­ven Neu­bau­pro­jekts (ca. 200 Neu­bür­ger). Kei­ne Fra­ge, wer aus einer Wie­se Bau­land umge­wid­met bekommt sagt nicht Nein. Aber vie­le Bür­ger fra­gen sich, ob das der rich­ti­ge Weg ist. Es gibt eine gro­ße Zahl von Neu­bau­ten und geneh­mig­ten Bau­an­trä­gen in Breit­brunn und Herr­sching. Wird über den Bedarf hin­aus geplant? Stellt die Gemein­de star­ken Zuzug vor Schutz ihres herr­li­chen ober­bay­ri­schen Wohn-Lan­d­­schafts­­cha­rak­­ters an ihren Seen?

33 000 qm Klos­ter­wie­se.
Wir wol­len die Wie­se retten.
So wür­de die See­blick­stras­se aus­se­hen.
Der inner­ört­li­che Pan­ora­ma­spa­zier­weg wäre verloren
So wür­de die See­stras­se aus­se­hen. Für einen Geh­weg fehlt der Platz.

War­um wer­den rie­si­ge neue Flä­chen ver­sie­gelt wenn der Eigen­tü­mer Leer­stän­de am Ort hat. Auch ein neu­er Kanal muß noch gebaut wer­den. Die künf­ti­gen Bau­her­ren hät­ten enor­me Erschlie­ßungs­kos­ten für ihre Par­zel­len. Kin­der leben gefähr­lich, für die jun­gen Fami­li­en ist nicht ein­mal ein Geh­weg geplant, maxi­ma­le Bebau­ung hat Priorität. 

Bebau­ungs­plan­ent­wurf 2019. 

Die Pla­nung auf dem 33 000qm gro­ßen Are­al ist für min­des­tens 200 neue Ein­woh­ner in Breit­brunn (1655 Ein­woh­ner Stand 12/2018). Ein Ein­hei­mi­schen­mo­dell gibt es nicht. Das Klos­ter Ursberg als Eigen­tü­mer will eini­ge Par­zel­len ver­güns­tigt an Ein­hei­mi­sche ver­kau­fen. Für den Rest wer­den Markt­prei­se erzielt wer­den kön­nen. Da kommt schon sehr viel zusam­men. Die Prei­se pro qm lie­gen in der Regi­on ab 1300 €, übri­gens in der Nach­bar­schaft wird aktu­ell ein Qua­drat­me­ter in engs­ter Bebau­ung bereits zwi­schen 2000€ und 2795 € ange­bo­ten. Den­noch sind Grund­stü­cke eine inter­es­san­te Geld­an­la­ge für Reiche.

Den Flä­chen­fraß könn­te man ver­hin­dern. Das wäre auch poli­tisch gewünscht, beson­ders die Par­tei der Grü­nen appel­liert, neue Ver­sie­ge­lun­gen zu ver­mei­den und sie hat wie­der einen neu­en Gesetz­ent­wurf dies­be­züg­lich ein­ge­bracht. Das Klos­ter Ursberg könn­te sei­ne Immo­­bi­­li­en- Leer­stän­de in Breit­brunn klug nut­zen. Meh­re­re klei­ne Neu­bau­vor­ha­ben wür­den sich viel bes­ser ein­fü­gen und wären zudem orts­ver­träg­li­cher als das pro­jek­tier­te Mam­mut­pro­jekt, das brei­te Ableh­nung erfährt. Die künf­ti­gen Bewoh­ner wären in ihrer gewohn­ten gewach­se­nen Struktur.

Herrlicher Baugrund an der Seestrasse Breitbrunn in Klosterbesitz

An der See­stras­se in Breit­brunn zwi­schen dem Mor­gen­stern­haus und dem St. Josefs­heim wür­de sich für ein­hei­mi­sche Bau­her­ren das ca. 2000 qm gros­se, ruhi­ge Grund­stück mit herr­li­chem Blick anbie­ten. Das angren­zen­de St. Josefs Heim (im Plan rechts das L‑förmige Gebäu­de) ist nur noch bis Früh­jahr 2021 dem Land­kreis über­las­sen und wür­de dem Klos­ter dann wie­der zur Ver­fü­gung ste­hen z.B. für sei­nen eige­nen Bedarf. Quel­le: Süd­deut­sche Zei­tung vom 25. Febru­ar 2016 “Akt der Barm­her­zig­keit“https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/breitbrunn-akt-der-barmherzigkeit‑1.2880482

Anla­ge der St. Josefs­kon­gre­ga­ti­on in Breit­brunn bei Goog­le earth

Ange­sichts des umfang­rei­chen Grund­be­sit­zes mit zahl­rei­chen Gebäu­den in der sehr gro­ßen Anla­ge der St. Josefs­kon­greg­ti­on Ursberg am Stand­ort Breit­brunn stel­len sich vie­le Breit­brun­ner die Fra­ge, ob dort nicht aus­rei­chend Platz für schö­ne Woh­nun­gen für den Eigen­be­darf wäre?

Jahrelanger Baustellen-Terror mitten im Wohngebiet?

Ein­fahrt ins Wohn­ge­biet Breitbrunn

Bür­ger sor­gen sich auch wegen der Baubelastung

  • Aus­hub für 48 Wohn­ein­hei­ten ca. 1600 Lkw’s (48 x 100 m² x 5 m tief = 24.000 m³ x 1,6 = 38.400 t Aushubmaterial/ 24 t pro Lkw = 1.600 Sat­tel­schlep­per) + sons­ti­ge Lkw’s kön­nen es über 2000 Groß­las­ter sein 
  • 15 Bau­krä­ne und mehr könn­ten nötig sein
  • Bau­pha­se wür­de sich über Jah­re strecken

Wollen Sie das wirklich? Soll sich Breitbrunn durch ein Großprojekt so drastisch verändern?

Es ist noch nicht zu spät. Die Mit­glie­der des Ver­eins Lebens­wer­tes Breit­brunn e.V. kämp­fen für den Erhalt der Klos­ter­wie­se für uns und für künf­ti­ge Gene­ra­tio­nen. Unter­stüt­zen Sie uns und neh­men Sie Kon­takt mit uns auf!

Ortsverträgliche Neubauten?

417 Qm ab 1,0 Mio.€
Sieht so die Zukunft von Breitbrunn aus?

Wer einen Blick in die nähe­re Zukunft der Bau­vor­ha­ben in Breit­brunn wer­fen mag, wird auf Immo­scout fün­dig. Anstatt einer soli­tä­ren Vil­la auf einem Grund­stück in orts­üb­li­cher groß­zü­gi­ger Raum­nut­zung wer­den sage und schrei­be vier “Vil­len im Bau­haus­stil” auf der Flä­che geplant.

Neben der Pla­nung von für die Gegend eher unüb­li­chen Gebäu­de­ty­pen “Bau­haus­stil” ver­kehrt der Ent­wurf die Groß­zü­gig­keit des Grund­stücks ins Gegenteil. 

Maß­stäb­lich für die zukünf­ti­gen Markt­prei­se für Bau­grund­stü­cke in der nähe­ren Umge­bung sind die gefor­der­ten Ver­kaufs­prei­se: Grund­stü­cke mit ein­ge­schränk­tem See­blick ab 417qm für über 1,0 Mio € stel­len offen­sicht­lich aktu­ell der Markt­wert für Woh­nen in Breit­brunn dar. (Übri­gens: Da lässt sich aus einem bis­her mit einem Gebäu­de bebau­tem Grund­stück in der Sum­me über 5,35 Mio € erlö­sen. Den Gerüch­ten im Ort nach also gut 2 Mio € Wert­stei­ge­rung gegen­über dem Kaufpreis). 

Gespannt also darf man auf die tat­säch­li­chen Ver­kaufs­prei­se der Grund­stü­cke auf der “Klos­ter­wie­se” und den angeb­lich geplan­ten Preis­nach­lass für Bedürf­ti­ge sein. Soll­te es sich um einen Nach­lass von 30% auf den Markt­wert han­deln, wür­de der Qua­drat­me­ter wohl immer noch über € 1.700 kos­ten. Die nahe­lie­gen­de Fra­ge­stel­lung, wel­che “Bedürf­ti­gen” die­se min­des­tens € 600.000,- für ein klei­nes 350­­qm-Grun­d­­stück auf­brin­gen kön­nen und gleich­zei­tig die Kri­te­ri­en der Bedürf­tig­keit erfül­len, konn­te ja bis­lang weder die Gemein­de noch die Ver­käu­fe­rin des Grunds erläutern.

Aktu­el­le Ansicht des Grundstücks
Visua­li­sie­rung Bau­­trä­­ger-Pro­­jekt See­blick­stra­ße:
4 Gara­gen, 4 Häu­ser statt Vil­la auf park­ar­ti­gem Grundstück
Das ist der Plan des Pro­jekt­ent­wick­lers auf Immoscout

Die Tat­sa­che, dass der Bau­aus­schuss der Gemein­de die­se Bau­vor­ha­ben durch­winkt, lässt Uner­freu­li­ches für die Bebau­ung der Klos­ter­wie­se fürch­ten. Der Cha­rak­ter des Bebau­ung des Orts wird zumin­dest im hier vor­ge­stell­ten Bei­spiel dem Gewinn eines Pro­jekt­ent­wick­lers geop­fert. Die Pro­sa in dem Immo­scout-Inse­rat spricht Bän­de. Aber lesen Sie selber…

So stellt sich der Pro­jekt­ent­wick­ler die Gestal­tung von Bau­kör­per und Fas­sa­de vor. Ein Gewinn für Breit­brunn – was mei­nen Sie? Ihre Mei­nung kön­nen Sie unten auf die­ser Sei­te äußern.

Visua­li­sie­rung Bau­­trä­­ger-Pro­­jekt Seeblickstraße

Wachstum vs. Erhalt der Natur

Das Naturjuwel Klosterwiese steht vor dem Aus, hier können Sie noch Bilder genießen.

Noch ist die Klos­ter­wie­se zwi­schen der See­stras­se und der See­blick­stras­se die schöns­te Frei­flä­che im Orts­ge­biet von Breit­brunn, seit Jahr­zehn­ten als Acker­flä­che genutzt. Ein belieb­tes Ziel für Spa­zier­gän­ger Dank des atem­be­rau­ben­den Blicks auf das Wer­den­fel­ser Land mit der Zug­spit­ze, auf das Mari­en­stift in Dies­sen und auf den Ammer­see, der alle erdenk­li­chen Far­ben­spie­le bie­tet. 

Bald schon soll hier ein städtebauliches Großprojekt verwirklicht werden.

Die Pla­nung sieht die Errich­tung von 48 Wohn­ein­hei­ten, dicht gedrängt in drei Rei­hen den Hang hin­un­ter, vor. Wo in der Nach­bar­schaft bis­her eine locke­re Bebau­ung bestand soll nun eine deut­li­che Ver­dich­tung voll­zo­gen werden.

Der ein­zig­ar­ti­ge Aus­blick auf den See und das Gebir­ge wird Hecken, Bäu­men, Häu­ser­wän­den und Dächern wei­chen müssen.

Breit­brunn, die dörf­li­che Per­le am Ammer­see, ist ein schüt­zens­wer­ter Ort, der sei­nes­glei­chen am Ammer­see sucht. Vie­le Breit­brun­ner set­zen sich für ein mode­ra­tes Wachs­tum des Ortes ein, wol­len den tra­di­tio­nel­len dörf­li­chen Cha­rak­ter erhal­ten und hof­fen auf eine weit­sich­ti­ge, vor­aus­schau­en­de Vor­ge­hens­wei­se der jet­zi­gen Besit­zer, der St. Josef Kon­gre­ga­ti­on des Klos­ters Ursberg, sowie der Lokal­po­li­ti­ker, Bür­ger­meis­ter und Gemein­de­rä­te. Sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung für die­ses schüt­zens­wer­te Orts­ge­biet und kön­nen ent­schei­den ob es erhal­ten wird oder unwie­der­bring­lich für die meis­ten Breit­brun­ner ver­lo­ren geht.

Die Position des Vereins

Die Mit­glie­der des Ver­eins Lebens­wer­tes Breit­brunn fra­gen nach Alternativen.

Durch Abriss leer­ste­hen­der maro­der Gebäu­de kann neu­er hoch­wer­tigs­ter Bau­grund entstehen.

Platz für ein­zel­ne, klei­ne­re Neu­bau­an­sie­de­lun­gen wäre auch auf ande­ren Grund­stü­cken im Klos­ter­be­sitz. Die­se wür­den sich bes­ser in die dörf­li­chen Struk­tu­ren inte­grie­ren las­sen und hät­ten ver­kehrs­tech­ni­sche Vor­tei­le. Weni­ge Ein­fa­mi­li­en­häu­ser und Dop­pel­häu­ser wären für die Breit­brun­ner Ein­hei­mi­schen sicher­lich bedarfs­de­ckend. Ein Zuzug von Orts­frem­den ist durch Ver­kauf / Ver­mie­tung bestehen­der Objek­te gemäß der nor­ma­len Fluk­tua­ti­on gewähr­leis­tet und für das dörf­li­che Breit­brunn sicher­lich bes­ser verträglich.

Die Zie­le der Agen­da 21 der Stadt Herr­sching wären berücksichtigt:
  • Land­schaft erhalten
  • Flä­chen­ver­brauch reduzieren
  • Ver­kehrs­auf­wand reduzieren
  • Boden scho­nend nut­zen, wo mög­lich entsiegeln
  • Betrof­fe­ne ein­be­zie­hen 

Wir wün­schen, dass im Herr­schin­ger Gemein­de­rat die Anlie­gen und Argu­men­te gegen das Groß­pro­jekt „Klos­ter­wie­se“ fun­diert auf­ge­grif­fen und die Alter­na­ti­ven begut­ach­tet wer­den. 

Stellungnahme des Vereins “Lebenswertes Breitbrunn e.V.” zum aktuellen Stand:

 

Wie aus dem Wunsch des Klos­ters nach 8000 qm Bau­land 32.000 qm Bau­land wird

 

2010 Anfra­ge des Klos­ters Ursberg an die Gemein­de Herr­sching: Es besitzt die über 32 000 qm gro­ße land­wirt­schaft­lich genutz­te Klos­ter­wie­se und möch­te davon 8000qm in Bau­land umge­wan­delt bekom­men. 

Noch beim Stra­ßen­aus­bau der See­blick­stras­se 2006 wur­de den zah­lungs­pflich­ti­gen Anwoh­nern schrift­lich ver­si­chert, dass die Klos­ter­wie­se kein Bau­land wer­den wür­de und dass sich das Klos­ter als Besit­zer des­halb auch nicht an den beträcht­li­chen Erschlie­ßungs­kos­ten betei­li­gen müs­se. Alter­na­ti­ve Stand­or­te sowie ande­rer Grund­be­sitz des Klos­ters in Breit­brunn wur­den nicht für eine Bebau­ung in Erwä­gung gezo­gen. Dem Wunsch der Umwand­lung von 8000 qm wur­de 2011 von der Gemein­de groß­zü­gig ent­spro­chen, indem man gleich die gan­ze Flä­che als Bau­land „Woh­nen“ und „Woh­nen zur För­de­rung behin­der­ter Men­schen“ aus­ge­wie­sen hat.

 

Eine Flä­che von 7 Fuß­ball­fel­dern. 

Die­se Flä­che ist mehr als ein land­wirt­schaft­lich genutz­ter Raum.  Es ist ein zum See abfal­len­den eis­zeit­li­cher Morä­nen­rü­cken, der die ursprüng­li­che Land­schafts­form des Ammer­see Ost­ufers noch sicht­bar macht. Ein bei­spiel­lo­ses inner­ört­li­ches Natur­ju­wel, das nicht nur Vögeln, Fle­der­mäu­sen etc. als Flug- und Lan­de­platz sowie Sam­mel­platz vor dem Vogel­zug dient, son­dern auch vie­le Spa­zier­gän­ger und Rad­fah­rer begeis­tert, wel­che die unglaub­li­chen Stim­mun­gen und Son­nen­un­ter­gän­ge über dem See erle­ben. Ent­lang der des­halb auch so genann­ten „See­blick­stras­se“ führt ein Pan­ora­ma­weg mit atem­be­rau­ben­den Aus­bli­cken von der Alpen­ket­te über den See zur Mari­en­stifts­kir­che von Die­ßen bis zum nörd­li­chen Seeufer.

Es darf doch nicht im Sin­ne des Klos­ters sein, die von Gott so herr­lich geschaf­fe­ne Natur wegen des der­zei­ti­gen Bau­booms für unse­re und alle nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen zu opfern. Zu opfern für ein Neu­bau­ge­biet, das über­di­men­sio­niert ist und für das kei­ne alter­na­ti­ven Stand­or­te geprüft wur­den. Die Ver­ant­wor­tung für den Ver­lust die­ses wun­der­schö­nen Fleck­chens Natur tra­gen der der­zeit amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schil­ler und die Gemeind­rä­te. Will die Kon­gre­ga­ti­on wirk­lich die gan­ze Wie­se  zubau­en lassen?

War­um blockt das Klos­ter Gesprä­che mit den Betrof­fe­nen ab? War­um kei­ne Trans­pa­renz? Geht es um gegen­sei­ti­ge Zusi­che­run­gen aus der Ver­gan­gen­heit? Gibt es einen Zusam­men­hang zwi­schen der Erschlie­ßung des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses in Breit­brunn und der Bebau­ung der Klos­ter­wie­se? Es exis­tiert ein städ­te­bau­li­cher Ver­trag zwi­schen der Gemein­de und dem Klos­ter. War­um wird die­ser nicht offen gelegt? Geht es um die Vor­ab­in­ves­ti­ti­on im Pla­nungs­ver­fah­ren, die sich jetzt aus­zah­len muss? Die ableh­nen­den Stim­men rumo­ren über­all am Ort aber Vie­le sind dem Klos­ter mit Recht aufs Tiefs­te ver­bun­den und kön­nen sich des­halb nicht für den Erhalt die­ses ein­zig­ar­ti­gen Flecks Erde öffent­lich ein­set­zen. Vie­le, auch Aus­wär­ti­ge, suchen Bau­land und wün­schen sich dort zu woh­nen, aber es wird nicht mehr der reiz­vol­le Ort Klos­ter­wie­se sein, auf dem sie ger­ne sie­deln wol­len son­dern es wird ein Aller­­­welts- Neu­bau­ge­biet sein, das die spe­zi­fi­sche Natur­schön­heit die­ses Ortes nicht berück­sich­tigt. 

Wo blei­ben da das Enga­ge­ment und der Auf­schrei von Natur­schüt­zern und der Grü­nen die­ses ein­ma­li­ge Land­schafts­bild zu erhal­ten?  Die Gemein­de ver­öf­fent­licht in der Pla­nungs­pha­se Bil­der des Klos­ter­ackers bei die­si­gem Wet­ter und ohne die so oft erleb­ba­ren traum­haf­ten Aus­bli­cke auf die Ber­ge und den Ammer­see. Ja, in die­sen Bil­dern erkennt man die Schön­heit die­ser Frei­flä­che nicht. Da fällt der Abschied leicht.  Nur das wird der Klos­ter­wie­se nicht gerecht. Die Breit­brun­ner Klos­ter­schwes­tern wis­sen wovon wir sprechen.

Auch die ers­ten Sied­ler in der dama­li­gen Orts­rand­la­ge respek­tier­ten die Klos­ter­wie­se als Frei­flä­che wegen sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Aus­bli­cke und benann­ten ihre Zufahrts­stras­sen “See­blick­stras­se” und “See­stras­se”.

Die­ser Flä­chen­fraß wider­spricht in jeder Wei­se den Vor­ga­ben und  Zie­len des Bun­des­um­welt­am­tes und deren „Akti­on Flä­che“. Grund­be­sit­zer und Inves­to­ren wer­den die Gewin­ner sein. 

Gel­ten die heh­ren Zie­le der Agen­da 21 der Gemein­de Herr­sching plötz­lich nicht mehr? 

  • Land­schaft erhalten
  • Flä­chen­ver­brauch reduzieren
  • Ver­kehrs­auf­wand reduzieren
  • Boden scho­nend nut­zen, wo mög­lich entsiegeln
  • Betrof­fe­ne einbeziehen

Herr­sching hat kein nen­nens­wer­tes Bevölkerungswachstum

Die Aus­wei­sung eines neu­en Wohn­ge­bie­tes außer­halb Herr­schings Orts­zen­trum ohne Fahr­rad­weg nach Herr­sching ist unver­ant­wort­lich. Hat es damit zu tun, dass man sich viel­leicht mit dem Gym­na­si­um zah­len­mä­ßig in der ers­ten Eupho­rie ver­rech­net hat? Jetzt müs­sen mehr Bewoh­ner her.  Die schlech­te Anbin­dung nach Herr­sching ist für die meis­ten Bewoh­ner ein Pro­blem, es besteht kei­ne kur­ze Erreich­bar­keit von Ein­zel­han­del, Bil­­dungs- und Kultureinrichtungen.

Jüngst wur­den in Herr­sching meh­re­re neue Bebau­ungs­plä­ne geneh­migt, z. T.  mit umfang­rei­cher Bebau­ung. Vie­le Neu­bau­ten im Ein­­fa­­mi­­li­en- und Mehr­fa­mi­li­en­haus Bereich wur­den fer­tig gestellt und es gibt vie­le Wohn­bau­stel­len und geneh­mig­te Wohn­bau­an­trä­ge. Steu­ern wir in eine Über­ka­pa­zi­tät, die dem pro­gnos­ti­zier­ten Bevöl­ke­rungs­wachs­tum nicht entspricht?

Der Bedarf ist wohl nicht so gege­ben, wie behaup­tet, denn in Breit­brunn steht ein attrak­ti­ves Neu­bau­vor­ha­ben seit vie­len Mona­ten zum Ver­kauf, das trotz inten­sivs­ter Wer­be­ak­tio­nen nicht ver­äu­ßert wer­den kann. Auch gebrauch­te Häu­ser sind Ladenhüter.

Der Bebau­ungs­plan „Klos­ter­wie­se“ sieht einer­seits außer­ge­wöhn­lich gro­ße Gebäu­de vor und ande­rer­seits eine extre­me Klein­tei­lung der Grund­stü­cke sowie eine sehr dich­te Bebau­ung.  Unter Hin­weis auf das klos­ter­ei­ge­ne, gro­ße  „Aus­reiß­erge­bäu­de“ an der See­stras­se nimmt man sich die Frei­heit, wei­te­re Groß­ge­bäu­de zu pla­nen obwohl die Umge­bung aus auf­ge­lo­cker­ter Ein­fa­mi­li­en­haus­be­bau­ung besteht. Man erin­ne­re sich noch­mals an die ursprüng­li­che Absicht s. oben.

Ursprüng­lich wur­de die Klein­tei­lung so pro­pa­giert, um jun­gen, ein­hei­mi­schen Fami­li­en die Mög­lich­keit zum Erwerb zu bie­ten. Da das Ein­hei­mi­schen­mo­dell und Ver­ga­be durch die Gemein­den EU – umstrit­ten ist, wird nun das Klos­ter den Grund­stücks­ver­kauf  ohne Trans­pa­renz vor­neh­men? Zunächst wur­den im Vor­feld öko­no­misch – sozia­le Ver­ga­be­kri­te­ri­en für einen Teil der Grund­stü­cke ver­öf­fent­licht.  Wür­de dar­an noch fest­ge­hal­ten werden?

Und dann noch eine gro­ße Mogelpackung:

Im neu­en Bebau­ungs­plan Klos­ter­wie­se wird eine GRZ mit 0,16 ange­ge­ben. Mutet erst harm­los an. Doch das ist geschönt. Hier wur­de die bebau­te Flä­che mit den Frei­flä­chen gemit­telt. In den Wohn­area­len ist sie also wesent­lich höher.

Ist das seriö­se Politik?

Ter­ras­sie­rung –  Abgra­bun­gen  – Aufschüttungen

Das gesam­te Gebiet wird umge­gra­ben. Hügel wer­den abge­gra­ben, Sen­ken wer­den auf­ge­schüt­tet, Tief­ga­ra­gen ver­sie­geln den Untergrund.

Wel­che Lawi­ne wird da los­ge­tre­ten? 

Alles ist lös­bar“, von wegen. Haus­be­sit­zer in Herr­schin­ger Hang­la­gen haben gro­ße Was­ser­schä­den in neu errich­te­ten Häu­sern. Und wer kann das bezah­len? Für jun­ge Fami­li­en mit gerin­ge­ren finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten wird die Hang­be­bau­ung mit dem Mehr­auf­wand wie Tief­ga­ra­gen, Abstütz­maß­nah­men, Was­ser­drai­na­gen etc. am Ende viel zu teu­er wer­den. Im bis­he­ri­gen Bebau­ungs­plan Nr. 22 für das bereits bebau­te, direkt angren­zen­de nörd­li­che Gebiet sind kei­ner­lei Abgra­bun­gen und Ter­ras­sie­run­gen aus geo­lo­gi­schen Grün­den erlaubt. Wie­so legt man jetzt nicht die glei­chen Maß­stä­be an? Die Natur und Boden­ver­hält­nis­se sind noch immer die gleichen.

Wohin fließt dann das Was­ser der vie­len Brun­nen, – „Breit­brunn“. Der Boden ist hier leh­mig und teil­wei­se mit Nagel­fl­uh ver­setzt. 

Des Einen Gewinn, des Ande­ren Verlust

Das Klos­ter wird  durch die gesam­te Umwand­lung der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Flä­che in Bau­land der Gewin­ner sein.

Die Anlie­ger die Ver­lie­rer. Sie müs­sen eine deut­li­che Wert­min­de­rung und Her­ab­set­zung ihrer Wohn­qua­li­tät hin­neh­men und müs­sen am Ende noch die Stra­­ßen­­neu­­bau- und  die Stra­ßen­in­stand­set­zungs­kos­ten mit bezah­len. Mit Letz­te­ren ist bei dem enor­men Schwer­last­ver­kehr durch die gro­ßen Erd­be­we­gun­gen zu rechnen.

Bür­ger­meis­ter, Gemein­de­rä­te gel­ten nach der Gemein­de­ord­nung durch ihre Abstim­mun­gen bei allen Beschlüs­sen zum Bebau­ungs­plan „Klos­ter­wie­se“ als befan­gen und dür­fen dort kei­nen Grund erwer­ben. Auch dür­fen sie kei­nen per­sön­li­chen Nutz­nieß aus der Bebau­ung haben. Dies gilt auch für deren Angehörige.

Die „Null­va­ri­an­te“ wur­de nicht wei­ter untersucht

Bei der Nicht­durch­füh­rung des Bau­pro­jekts („Null­va­ri­an­te“) käme es zu kei­ner zusätz­li­chen Flä­chen­ver­sie­ge­lung, das Land­schafts­bild blie­be erhal­ten. Alle Breit­brun­ner und Besu­cher könn­ten sich wei­ter­hin an den herr­li­chen Stim­mun­gen und Aus­bli­cken oben auf der Klos­ter­wie­se erfreu­en und dort Kraft schöpfen.

Vie­le Details wur­den für die Bebau­ung der Klos­ter­wie­se geprüft, allein die Pro­gno­se bei Nicht­durch­füh­rung des Pro­jek­tes nicht. Die­se Prü­fung hät­te die Klos­ter­wie­se von Beginn an wahr­lich ver­dient. 

Ist dies nach­hal­ti­ges Den­ken, nach­hal­ti­ge Politik?

Früh­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung eine Farce

Die früh­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung zum Bebau­ungs­plan “Klos­ter­wie­se” im Rat­haus Herr­sching am 12.5.2015 wur­de nicht pro­to­kol­liert. Ent­täu­schend für die gekom­me­nen Bür­ger, denn dadurch wur­de die gerin­ge Bedeu­tung der Ver­an­stal­tung zum Aus­druck gebracht. Es gab zahl­rei­che Ein­wän­de und Vor­schlä­ge der Anlie­ger. Kein Ein­zi­ger wur­de berücksichtigt.

 

Der Bebau­ungs­plan­ent­wurf ist in ent­schei­den­den Punk­ten noch lücken­haft, bei­spiels­wei­se Ober­flä­chen­was­ser­ver­si­cke­rung. Die Behör­den­be­tei­li­gung erfolg­te in einer ultra­kur­zen Span­ne von 5 Wochen im Früh­jahr 2016. Reich­te die­se Begut­ach­tungs­zeit für so ein umfang­rei­ches Pro­jekt wirk­lich aus?  

Wir spre­chen uns klar für den Erhalt der Klos­ter­wie­se aus

Ver­ein Lebens­wer­tes Breit­brunn e.V.