Die Klosterwiese in Breitbrunn

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über das Bauherrenmodell in Starnberg

So wie den Bauher­ren „Am Wiesen­grund Starn­berg“ wird es auch den Bauher­ren „Kloster­wiese Bre­it­brunn“ erge­hen. Der Bericht liest sich wie eine Blau­pause zum Pro­jekt in Bre­it­brunn. Nur dass in Bre­it­brunn die Prob­leme kom­plex­er sind, die Gelän­deb­we­gun­gen mit Fol­gekosten ins Uner­messliche gehen wer­den und der Wider­stand gegen den Ein­griff in die Ortschafft erhe­blich stärk­er ist.

Am Wiesen­grund läuft’s noch nicht rund: 51 Bauher­ren erwarten die Entschei­dung des Ver­wal­tungs­gericht­shofs zur Nor­menkon­trol­lk­lage eines Nach­barn.
 (Foto: Nila Thiel)

Link zum Bericht in der Süd­deutschen Zeitung vom 16.06.2021

Wollen Sie das wirklich? Soll sich Breitbrunn durch ein Großprojekt so drastisch verändern?

Es ist noch nicht zu spät. Die Mit­glieder des Vere­ins Lebenswertes Bre­it­brunn e.V. kämpfen für den Erhalt der Kloster­wiese für uns und für kün­ftige Gen­er­a­tio­nen. Unter­stützen Sie uns und nehmen Sie Kon­takt mit uns auf!

Bebauung der Klosterwiese – Segen oder Fluch für Breitbrunn?

Bre­it­brun­ner Bürg­er sor­gen sich. Bre­it­brunn am Ammersee ist ein wun­der­schön­er dör­flich­er Ort­steil von Herrsching. Viele Feriengäste ver­brin­gen hier ihren Urlaub weil sie hier noch das roman­tis­che Ländliche am See find­en. Die Bürg­er sor­gen sich jet­zt wegen der zu erwartenden mas­siv­en Verän­derung des Ortes durch ein pro­jek­tiertes riesen­großes Neubauge­bi­et in einem innen­liegen­den Außen­bere­ich im südlichen Orts­ge­bi­et. Das Kloster Urs­berg als Besitzer und die Gemeinde Herrsching wollen das Pro­jekt vorantreiben. Viele Bürg­er sor­gen sich wegen der mas­siv­en Zunahme des Verkehrs, um die Verkehrssicher­heit, die bere­its jet­zt sehr ern­ste Prob­lem­zo­nen in dem Wohnge­bi­et aufweist, sie sor­gen sich um die Lär­mzu­nahme, die Ver­min­derung der Wohn­qual­i­tiät, um den Ver­lust des Dor­fcharak­ters zugun­sten eines mas­siv­en Neubaupro­jek­ts (ca. 200 Neubürg­er). Keine Frage, wer aus ein­er Wiese Bauland umgewid­met bekommt sagt nicht Nein. Aber viele Bürg­er fra­gen sich, ob das der richtige Weg ist. Es gibt eine große Zahl von Neubaut­en und genehmigten Bauanträ­gen in Bre­it­brunn und Herrsching. Wird über den Bedarf hin­aus geplant? Stellt die Gemeinde starken Zuzug vor Schutz ihres her­rlichen ober­bayrischen Wohn-Land­schaftscharak­ters an ihren Seen?

33 000 qm Kloster­wiese.
Wir wollen die Wiese ret­ten.
So würde die See­blick­strasse ausse­hen.
Der innerörtliche Panora­mas­pazier­weg wäre ver­loren
So würde die Seestrasse ausse­hen. Für einen Gehweg fehlt der Platz.

Warum wer­den riesige neue Flächen ver­siegelt wenn der Eigen­tümer Leer­stände am Ort hat. Auch ein neuer Kanal muß noch gebaut wer­den. Die kün­fti­gen Bauher­ren hät­ten enorme Erschließungskosten für ihre Parzellen. Kinder leben gefährlich, für die jun­gen Fam­i­lien ist nicht ein­mal ein Gehweg geplant, max­i­male Bebau­ung hat Pri­or­ität.

Bebau­ungs­pla­nen­twurf 2019.

Die Pla­nung auf dem 33 000qm großen Are­al ist für min­destens 200 neue Ein­wohn­er in Bre­it­brunn (1655 Ein­wohn­er Stand 12/2018). Ein Ein­heimis­chen­mod­ell gibt es nicht. Das Kloster Urs­berg als Eigen­tümer will einige Parzellen vergün­stigt an Ein­heimis­che verkaufen. Für den Rest wer­den Mark­t­preise erzielt wer­den kön­nen. Da kommt schon sehr viel zusam­men. Die Preise pro qm liegen in der Region ab 1300 €, übri­gens in der Nach­barschaft wird aktuell ein Quadrat­meter in eng­ster Bebau­ung bere­its zwis­chen 2000€ und 2795 € ange­boten. Den­noch sind Grund­stücke eine inter­es­sante Gel­dan­lage für Reiche.

Den Flächen­fraß kön­nte man ver­hin­dern. Das wäre auch poli­tisch gewün­scht, beson­ders die Partei der Grü­nen appel­liert, neue Ver­siegelun­gen zu ver­mei­den und sie hat wieder einen neuen Geset­zen­twurf dies­bezüglich einge­bracht. Das Kloster Urs­berg kön­nte seine Immo­­bilien- Leer­stände in Bre­it­brunn klug nutzen. Mehrere kleine Neubau­vorhaben wür­den sich viel bess­er ein­fü­gen und wären zudem ortsverträglich­er als das pro­jek­tierte Mam­mut­pro­jekt, das bre­ite Ablehnung erfährt. Die kün­fti­gen Bewohn­er wären in ihrer gewohn­ten gewach­se­nen Struk­tur.

Herrlicher Baugrund an der Seestrasse Breitbrunn in Klosterbesitz

An der Seestrasse in Bre­it­brunn zwis­chen dem Mor­gen­stern­haus und dem St. Josef­sheim würde sich für ein­heimis­che Bauher­ren das ca. 2000 qm grosse, ruhige Grund­stück mit her­rlichem Blick anbi­eten. Das angren­zende St. Josefs Heim (im Plan rechts das L‑förmige Gebäude) ist nur noch bis Früh­jahr 2021 dem Land­kreis über­lassen und würde dem Kloster dann wieder zur Ver­fü­gung ste­hen z.B. für seinen eige­nen Bedarf. Quelle: Süd­deutsche Zeitung vom 25. Feb­ru­ar 2016 “Akt der Barmherzigkeit“https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/breitbrunn-akt-der-barmherzigkeit‑1.2880482

Anlage der St. Josef­skon­gre­ga­tion in Bre­it­brunn bei Google earth

Angesichts des umfan­gre­ichen Grundbe­sitzes mit zahlre­ichen Gebäu­den in der sehr großen Anlage der St. Josef­skon­greg­tion Urs­berg am Stan­dort Bre­it­brunn stellen sich viele Bre­it­brun­ner die Frage, ob dort nicht aus­re­ichend Platz für schöne Woh­nun­gen für den Eigenbe­darf wäre?

Jahrelanger Baustellen-Terror mitten im Wohngebiet?

Ein­fahrt ins Wohnge­bi­et Bre­it­brunn

Bürg­er sor­gen sich auch wegen der Baube­las­tung

  • Aushub für 48 Wohnein­heit­en ca. 1600 Lkw’s (48 x 100 m² x 5 m tief = 24.000 m³ x 1,6 = 38.400 t Aushubmaterial/ 24 t pro Lkw = 1.600 Sat­telschlep­per) + son­stige Lkw’s kön­nen es über 2000 Großlaster sein
  • 15 Baukräne und mehr kön­nten nötig sein
  • Bauphase würde sich über Jahre streck­en

Wollen Sie das wirklich? Soll sich Breitbrunn durch ein Großprojekt so drastisch verändern?

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Ortsverträgliche Neubauten?

417 Qm ab 1,0 Mio.€
Sieht so die Zukunft von Breitbrunn aus?

Wer einen Blick in die nähere Zukun­ft der Bau­vorhaben in Bre­it­brunn wer­fen mag, wird auf Immoscout fündig. Anstatt ein­er solitären Vil­la auf einem Grund­stück in ort­süblich­er großzügiger Raum­nutzung wer­den sage und schreibe vier “Villen im Bauhausstil” auf der Fläche geplant.

Neben der Pla­nung von für die Gegend eher unüblichen Gebäude­typen “Bauhausstil” verkehrt der Entwurf die Großzügigkeit des Grund­stücks ins Gegen­teil.

Maßstäblich für die zukün­fti­gen Mark­t­preise für Bau­grund­stücke in der näheren Umge­bung sind die geforderten Verkauf­spreise: Grund­stücke mit eingeschränk­tem See­blick ab 417qm für über 1,0 Mio € stellen offen­sichtlich aktuell der Mark­twert für Wohnen in Bre­it­brunn dar. (Übri­gens: Da lässt sich aus einem bish­er mit einem Gebäude bebautem Grund­stück in der Summe über 5,35 Mio € erlösen. Den Gerücht­en im Ort nach also gut 2 Mio € Wert­steigerung gegenüber dem Kauf­preis).

Ges­pan­nt also darf man auf die tat­säch­lichen Verkauf­spreise der Grund­stücke auf der “Kloster­wiese” und den ange­blich geplanten Preis­nach­lass für Bedürftige sein. Sollte es sich um einen Nach­lass von 30% auf den Mark­twert han­deln, würde der Quadrat­meter wohl immer noch über € 1.700 kosten. Die nahe­liegende Fragestel­lung, welche “Bedürfti­gen” diese min­destens € 600.000,- für ein kleines 350qm-Grund­stück auf­brin­gen kön­nen und gle­ichzeit­ig die Kri­te­rien der Bedürftigkeit erfüllen, kon­nte ja bis­lang wed­er die Gemeinde noch die Verkäuferin des Grunds erläutern.

Aktuelle Ansicht des Grund­stücks
Visu­al­isierung Bauträger-Pro­­jekt See­blick­straße:
4 Gara­gen, 4 Häuser statt Vil­la auf parkar­tigem Grund­stück
Das ist der Plan des Pro­jek­ten­twick­lers auf Immoscout

Die Tat­sache, dass der Bauauss­chuss der Gemeinde diese Bau­vorhaben durch­winkt, lässt Uner­freulich­es für die Bebau­ung der Kloster­wiese fürcht­en. Der Charak­ter des Bebau­ung des Orts wird zumin­d­est im hier vorgestell­ten Beispiel dem Gewinn eines Pro­jek­ten­twick­lers geopfert. Die Prosa in dem Immoscout-Inser­at spricht Bände. Aber lesen Sie sel­ber…

So stellt sich der Pro­jek­ten­twick­ler die Gestal­tung von Baukör­p­er und Fas­sade vor. Ein Gewinn für Bre­it­brunn – was meinen Sie? Ihre Mei­n­ung kön­nen Sie unten auf dieser Seite äußern.

Visu­al­isierung Bauträger-Pro­­jekt See­blick­straße

Wachstum vs. Erhalt der Natur

Das Naturjuwel Klosterwiese steht vor dem Aus, hier können Sie noch Bilder genießen.

Noch ist die Kloster­wiese zwis­chen der Seestrasse und der See­blick­strasse die schön­ste Frei­fläche im Orts­ge­bi­et von Bre­it­brunn, seit Jahrzehn­ten als Ack­er­fläche genutzt. Ein beliebtes Ziel für Spaziergänger Dank des atem­ber­auben­den Blicks auf das Wer­den­felser Land mit der Zugspitze, auf das Marien­s­tift in Diessen und auf den Ammersee, der alle erden­klichen Far­ben­spiele bietet. 

Bald schon soll hier ein städtebauliches Großprojekt verwirklicht werden.

Die Pla­nung sieht die Errich­tung von 48 Wohnein­heit­en, dicht gedrängt in drei Rei­hen den Hang hin­unter, vor. Wo in der Nach­barschaft bish­er eine lockere Bebau­ung bestand soll nun eine deut­liche Verdich­tung vol­l­zo­gen wer­den.

Der einzi­gar­tige Aus­blick auf den See und das Gebirge wird Heck­en, Bäu­men, Häuser­wän­den und Däch­ern weichen müssen.

Bre­it­brunn, die dör­fliche Per­le am Ammersee, ist ein schützenswert­er Ort, der seines­gle­ichen am Ammersee sucht. Viele Bre­it­brun­ner set­zen sich für ein mod­er­ates Wach­s­tum des Ortes ein, wollen den tra­di­tionellen dör­flichen Charak­ter erhal­ten und hof­fen auf eine weit­sichtige, vorauss­chauende Vorge­hensweise der jet­zi­gen Besitzer, der St. Josef Kon­gre­ga­tion des Klosters Urs­berg, sowie der Lokalpoli­tik­er, Bürg­er­meis­ter und Gemein­deräte. Sie tra­gen die Ver­ant­wor­tung für dieses schützenswerte Orts­ge­bi­et und kön­nen entschei­den ob es erhal­ten wird oder unwieder­bringlich für die meis­ten Bre­it­brun­ner ver­loren geht.

Die Position des Vereins

Die Mit­glieder des Vere­ins Lebenswertes Bre­it­brunn fra­gen nach Alter­na­tiv­en.

Durch Abriss leer­ste­hen­der mar­o­der Gebäude kann neuer hochw­er­tig­ster Bau­grund entste­hen.

Platz für einzelne, kleinere Neubauan­siedelun­gen wäre auch auf anderen Grund­stück­en im Klosterbe­sitz. Diese wür­den sich bess­er in die dör­flichen Struk­turen inte­gri­eren lassen und hät­ten verkehrstech­nis­che Vorteile. Wenige Ein­fam­i­lien­häuser und Dop­pel­häuser wären für die Bre­it­brun­ner Ein­heimis­chen sicher­lich bedarfs­deck­end. Ein Zuzug von Orts­frem­den ist durch Verkauf / Ver­mi­etung beste­hen­der Objek­te gemäß der nor­malen Fluk­tu­a­tion gewährleis­tet und für das dör­fliche Bre­it­brunn sicher­lich bess­er verträglich.

Die Ziele der Agen­da 21 der Stadt Herrsching wären berück­sichtigt:
  • Land­schaft erhal­ten
  • Flächen­ver­brauch reduzieren
  • Verkehrsaufwand reduzieren
  • Boden scho­nend nutzen, wo möglich entsiegeln
  • Betrof­fene ein­beziehen 

Wir wün­schen, dass im Herrschinger Gemein­der­at die Anliegen und Argu­mente gegen das Großpro­jekt „Kloster­wiese“ fundiert aufge­grif­f­en und die Alter­na­tiv­en begutachtet wer­den. 

Stellungnahme des Vereins “Lebenswertes Breitbrunn e.V.” zum aktuellen Stand:

 

Wie aus dem Wun­sch des Klosters nach 8000 qm Bauland 32.000 qm Bauland wird

 

2010 Anfrage des Klosters Urs­berg an die Gemeinde Herrsching: Es besitzt die über 32 000 qm große land­wirtschaftlich genutzte Kloster­wiese und möchte davon 8000qm in Bauland umge­wan­delt bekom­men. 

Noch beim Straße­naus­bau der See­blick­strasse 2006 wurde den zahlungspflichti­gen Anwohn­ern schriftlich ver­sichert, dass die Kloster­wiese kein Bauland wer­den würde und dass sich das Kloster als Besitzer deshalb auch nicht an den beträchtlichen Erschließungskosten beteili­gen müsse. Alter­na­tive Stan­dorte sowie ander­er Grundbe­sitz des Klosters in Bre­it­brunn wur­den nicht für eine Bebau­ung in Erwä­gung gezo­gen. Dem Wun­sch der Umwand­lung von 8000 qm wurde 2011 von der Gemeinde großzügig entsprochen, indem man gle­ich die ganze Fläche als Bauland „Wohnen“ und „Wohnen zur Förderung behin­dert­er Men­schen“ aus­gewiesen hat.

 

Eine Fläche von 7 Fußballfeldern. 

Diese Fläche ist mehr als ein land­wirtschaftlich genutzter Raum.  Es ist ein zum See abfal­l­en­den eiszeitlich­er Morä­nen­rück­en, der die ursprüngliche Land­schafts­form des Ammersee Ostufers noch sicht­bar macht. Ein beispiel­los­es innerörtlich­es Natur­juwel, das nicht nur Vögeln, Fle­d­er­mäusen etc. als Flug- und Lan­de­platz sowie Sam­melplatz vor dem Vogelzug dient, son­dern auch viele Spaziergänger und Rad­fahrer begeis­tert, welche die unglaublichen Stim­mungen und Son­nenun­tergänge über dem See erleben. Ent­lang der deshalb auch so genan­nten „See­blick­strasse“ führt ein Panora­maweg mit atem­ber­auben­den Aus­blick­en von der Alpen­kette über den See zur Marien­s­tift­skirche von Dießen bis zum nördlichen Seeufer.

Es darf doch nicht im Sinne des Klosters sein, die von Gott so her­rlich geschaf­fene Natur wegen des derzeit­i­gen Baubooms für unsere und alle nach­fol­gen­den Gen­er­a­tio­nen zu opfern. Zu opfern für ein Neubauge­bi­et, das überdi­men­sion­iert ist und für das keine alter­na­tiv­en Stan­dorte geprüft wur­den. Die Ver­ant­wor­tung für den Ver­lust dieses wun­der­schö­nen Fleckchens Natur tra­gen der derzeit amtierende Bürg­er­meis­ter Chris­t­ian Schiller und die Gemein­dräte. Will die Kon­gre­ga­tion wirk­lich die ganze Wiese  zubauen lassen?

Warum blockt das Kloster Gespräche mit den Betrof­fe­nen ab? Warum keine Trans­parenz? Geht es um gegen­seit­ige Zusicherun­gen aus der Ver­gan­gen­heit? Gibt es einen Zusam­men­hang zwis­chen der Erschließung des neuen Feuer­wehrhaus­es in Bre­it­brunn und der Bebau­ung der Kloster­wiese? Es existiert ein städte­baulich­er Ver­trag zwis­chen der Gemeinde und dem Kloster. Warum wird dieser nicht offen gelegt? Geht es um die Vor­a­bin­vesti­tion im Pla­nungsver­fahren, die sich jet­zt auszahlen muss? Die ablehnen­den Stim­men rumoren über­all am Ort aber Viele sind dem Kloster mit Recht aufs Tief­ste ver­bun­den und kön­nen sich deshalb nicht für den Erhalt dieses einzi­gar­ti­gen Flecks Erde öffentlich ein­set­zen. Viele, auch Auswär­tige, suchen Bauland und wün­schen sich dort zu wohnen, aber es wird nicht mehr der reizvolle Ort Kloster­wiese sein, auf dem sie gerne siedeln wollen son­dern es wird ein Aller­welts- Neubauge­bi­et sein, das die spez­i­fis­che Naturschön­heit dieses Ortes nicht berück­sichtigt. 

Wo bleiben da das Engage­ment und der Auf­schrei von Naturschützern und der Grü­nen dieses ein­ma­lige Land­schafts­bild zu erhal­ten?  Die Gemeinde veröf­fentlicht in der Pla­nungsphase Bilder des Kloster­ack­ers bei diesigem Wet­ter und ohne die so oft erleb­baren traumhaften Aus­blicke auf die Berge und den Ammersee. Ja, in diesen Bildern erken­nt man die Schön­heit dieser Frei­fläche nicht. Da fällt der Abschied leicht.  Nur das wird der Kloster­wiese nicht gerecht. Die Bre­it­brun­ner Kloster­schwest­ern wis­sen wovon wir sprechen.

Auch die ersten Siedler in der dama­li­gen Ort­srand­lage respek­tierten die Kloster­wiese als Frei­fläche wegen sein­er außergewöhn­lichen Aus­blicke und benan­nten ihre Zufahrtsstrassen “See­blick­strasse” und “Seestrasse”.

Dieser Flächen­fraß wider­spricht in jed­er Weise den Vor­gaben und  Zie­len des Bun­desumweltamtes und deren „Aktion Fläche“. Grundbe­sitzer und Inve­storen wer­den die Gewin­ner sein. 

Gel­ten die hehren Ziele der Agen­da 21 der Gemeinde Herrsching plöt­zlich nicht mehr?

  • Land­schaft erhal­ten
  • Flächen­ver­brauch reduzieren
  • Verkehrsaufwand reduzieren
  • Boden scho­nend nutzen, wo möglich entsiegeln
  • Betrof­fene ein­beziehen

Herrsching hat kein nen­nenswertes Bevölkerungswach­s­tum

Die Ausweisung eines neuen Wohnge­bi­etes außer­halb Herrschings Ort­szen­trum ohne Fahrrad­weg nach Herrsching ist unver­ant­wortlich. Hat es damit zu tun, dass man sich vielle­icht mit dem Gym­na­si­um zahlen­mäßig in der ersten Euphorie ver­rech­net hat? Jet­zt müssen mehr Bewohn­er her.  Die schlechte Anbindung nach Herrsching ist für die meis­ten Bewohn­er ein Prob­lem, es beste­ht keine kurze Erre­ich­barkeit von Einzel­han­del, Bil­­dungs- und Kul­turein­rich­tun­gen.

Jüngst wur­den in Herrsching mehrere neue Bebau­ungspläne genehmigt, z. T.  mit umfan­gre­ich­er Bebau­ung. Viele Neubaut­en im Ein­­fam­i­lien- und Mehrfam­i­lien­haus Bere­ich wur­den fer­tig gestellt und es gibt viele Wohn­baustellen und genehmigte Wohn­bauanträge. Steuern wir in eine Überka­paz­ität, die dem prog­nos­tizierten Bevölkerungswach­s­tum nicht entspricht?

Der Bedarf ist wohl nicht so gegeben, wie behauptet, denn in Bre­it­brunn ste­ht ein attrak­tives Neubau­vorhaben seit vie­len Monat­en zum Verkauf, das trotz inten­sivster Wer­beak­tio­nen nicht veräußert wer­den kann. Auch gebrauchte Häuser sind Laden­hüter.

Der Bebau­ungs­plan „Kloster­wiese“ sieht ein­er­seits außergewöhn­lich große Gebäude vor und ander­er­seits eine extreme Klein­teilung der Grund­stücke sowie eine sehr dichte Bebau­ung.  Unter Hin­weis auf das klostereigene, große  „Aus­reißerge­bäude“ an der Seestrasse nimmt man sich die Frei­heit, weit­ere Großge­bäude zu pla­nen obwohl die Umge­bung aus aufge­lock­ert­er Ein­fam­i­lien­haus­be­bau­ung beste­ht. Man erin­nere sich nochmals an die ursprüngliche Absicht s. oben.

Ursprünglich wurde die Klein­teilung so propagiert, um jun­gen, ein­heimis­chen Fam­i­lien die Möglichkeit zum Erwerb zu bieten. Da das Ein­heimis­chen­mod­ell und Ver­gabe durch die Gemein­den EU – umstrit­ten ist, wird nun das Kloster den Grund­stücksverkauf  ohne Trans­parenz vornehmen? Zunächst wur­den im Vor­feld ökonomisch – soziale Ver­gabekri­te­rien für einen Teil der Grund­stücke veröf­fentlicht.  Würde daran noch fest­ge­hal­ten wer­den?

Und dann noch eine große Mogel­pack­ung:

Im neuen Bebau­ungs­plan Kloster­wiese wird eine GRZ mit 0,16 angegeben. Mutet erst harm­los an. Doch das ist geschönt. Hier wurde die bebaute Fläche mit den Frei­flächen gemit­telt. In den Wohnarealen ist sie also wesentlich höher.

Ist das ser­iöse Poli­tik?

Ter­rassierung –  Abgrabun­gen  – Auf­schüt­tun­gen

Das gesamte Gebi­et wird umge­graben. Hügel wer­den abge­graben, Senken wer­den aufgeschüt­tet, Tief­gara­gen ver­siegeln den Unter­grund.

Welche Law­ine wird da los­ge­treten? 

Alles ist lös­bar“, von wegen. Haus­be­sitzer in Herrschinger Hanglagen haben große Wasser­schä­den in neu errichteten Häusern. Und wer kann das bezahlen? Für junge Fam­i­lien mit gerin­geren finanziellen Möglichkeit­en wird die Hang­be­bau­ung mit dem Mehraufwand wie Tief­gara­gen, Abstütz­maß­nah­men, Wasserdraina­gen etc. am Ende viel zu teuer wer­den. Im bish­eri­gen Bebau­ungs­plan Nr. 22 für das bere­its bebaute, direkt angren­zende nördliche Gebi­et sind kein­er­lei Abgrabun­gen und Ter­rassierun­gen aus geol­o­gis­chen Grün­den erlaubt. Wieso legt man jet­zt nicht die gle­ichen Maßstäbe an? Die Natur und Boden­ver­hält­nisse sind noch immer die gle­ichen.

Wohin fließt dann das Wass­er der vie­len Brun­nen, – „Bre­it­brunn“. Der Boden ist hier lehmig und teil­weise mit Nagelfluh ver­set­zt. 

Des Einen Gewinn, des Anderen Ver­lust

Das Kloster wird  durch die gesamte Umwand­lung der land­wirtschaftlich genutzten Fläche in Bauland der Gewin­ner sein.

Die Anlieger die Ver­lier­er. Sie müssen eine deut­liche Wert­min­derung und Her­ab­set­zung ihrer Wohn­qual­ität hin­nehmen und müssen am Ende noch die Straßen­neubau- und  die Straßenin­stand­set­zungskosten mit bezahlen. Mit Let­zteren ist bei dem enor­men Schw­er­lastverkehr durch die großen Erd­be­we­gun­gen zu rech­nen.

Bürg­er­meis­ter, Gemein­deräte gel­ten nach der Gemein­de­ord­nung durch ihre Abstim­mungen bei allen Beschlüssen zum Bebau­ungs­plan „Kloster­wiese“ als befan­gen und dür­fen dort keinen Grund erwer­ben. Auch dür­fen sie keinen per­sön­lichen Nutznieß aus der Bebau­ung haben. Dies gilt auch für deren Ange­hörige.

Die „Nul­l­vari­ante“ wurde nicht weit­er unter­sucht

Bei der Nicht­durch­führung des Baupro­jek­ts („Nul­l­vari­ante“) käme es zu kein­er zusät­zlichen Flächen­ver­siegelung, das Land­schafts­bild bliebe erhal­ten. Alle Bre­it­brun­ner und Besuch­er kön­nten sich weit­er­hin an den her­rlichen Stim­mungen und Aus­blick­en oben auf der Kloster­wiese erfreuen und dort Kraft schöpfen.

Viele Details wur­den für die Bebau­ung der Kloster­wiese geprüft, allein die Prog­nose bei Nicht­durch­führung des Pro­jek­tes nicht. Diese Prü­fung hätte die Kloster­wiese von Beginn an wahrlich ver­di­ent. 

Ist dies nach­haltiges Denken, nach­haltige Poli­tik?

Frühzeit­ige Bürg­er­beteili­gung eine Farce

Die frühzeit­ige Bürg­er­beteili­gung zum Bebau­ungs­plan “Kloster­wiese” im Rathaus Herrsching am 12.5.2015 wurde nicht pro­tokol­liert. Ent­täuschend für die gekomme­nen Bürg­er, denn dadurch wurde die geringe Bedeu­tung der Ver­anstal­tung zum Aus­druck gebracht. Es gab zahlre­iche Ein­wände und Vorschläge der Anlieger. Kein Einziger wurde berück­sichtigt.

 

Der Bebau­ungs­pla­nen­twurf ist in entschei­den­den Punk­ten noch lück­en­haft, beispiel­sweise Ober­flächen­wasserver­sickerung. Die Behör­den­beteili­gung erfol­gte in ein­er ultra­kurzen Spanne von 5 Wochen im Früh­jahr 2016. Reichte diese Begutach­tungszeit für so ein umfan­gre­ich­es Pro­jekt wirk­lich aus?  

Wir sprechen uns klar für den Erhalt der Kloster­wiese aus

Vere­in Lebenswertes Bre­it­brunn e.V.