Die Mit­glie­der des Ver­eins Lebens­wer­tes Breit­brunn fra­gen nach Alternativen.

Durch Abriss leer­ste­hen­der maro­der Gebäu­de kann neu­er hoch­wer­tigs­ter Bau­grund entstehen.

Platz für ein­zel­ne, klei­ne­re Neu­bau­an­sie­de­lun­gen wäre auch auf ande­ren Grund­stü­cken im Klos­ter­be­sitz. Die­se wür­den sich bes­ser in die dörf­li­chen Struk­tu­ren inte­grie­ren las­sen und hät­ten ver­kehrs­tech­ni­sche Vor­tei­le. Weni­ge Ein­fa­mi­li­en­häu­ser und Dop­pel­häu­ser wären für die Breit­brun­ner Ein­hei­mi­schen sicher­lich bedarfs­de­ckend. Ein Zuzug von Orts­frem­den ist durch Ver­kauf / Ver­mie­tung bestehen­der Objek­te gemäß der nor­ma­len Fluk­tua­ti­on gewähr­leis­tet und für das dörf­li­che Breit­brunn sicher­lich bes­ser verträglich.

Die Zie­le der Agen­da 21 der Stadt Herr­sching wären berücksichtigt:
  • Land­schaft erhalten
  • Flä­chen­ver­brauch reduzieren
  • Ver­kehrs­auf­wand reduzieren
  • Boden scho­nend nut­zen, wo mög­lich entsiegeln
  • Betrof­fe­ne ein­be­zie­hen 

Wir wün­schen, dass im Herr­schin­ger Gemein­de­rat die Anlie­gen und Argu­men­te gegen das Groß­pro­jekt „Klos­ter­wie­se“ fun­diert auf­ge­grif­fen und die Alter­na­ti­ven begut­ach­tet wer­den. 

Stellungnahme des Vereins “Lebenswertes Breitbrunn e.V.” zum aktuellen Stand:

 

Wie aus dem Wunsch des Klos­ters nach 8000 qm Bau­land 32.000 qm Bau­land wird

 

2010 Anfra­ge des Klos­ters Ursberg an die Gemein­de Herr­sching: Es besitzt die über 32 000 qm gro­ße land­wirt­schaft­lich genutz­te Klos­ter­wie­se und möch­te davon 8000qm in Bau­land umge­wan­delt bekom­men. 

Noch beim Stra­ßen­aus­bau der See­blick­stras­se 2006 wur­de den zah­lungs­pflich­ti­gen Anwoh­nern schrift­lich ver­si­chert, dass die Klos­ter­wie­se kein Bau­land wer­den wür­de und dass sich das Klos­ter als Besit­zer des­halb auch nicht an den beträcht­li­chen Erschlie­ßungs­kos­ten betei­li­gen müs­se. Alter­na­ti­ve Stand­or­te sowie ande­rer Grund­be­sitz des Klos­ters in Breit­brunn wur­den nicht für eine Bebau­ung in Erwä­gung gezo­gen. Dem Wunsch der Umwand­lung von 8000 qm wur­de 2011 von der Gemein­de groß­zü­gig ent­spro­chen, indem man gleich die gan­ze Flä­che als Bau­land „Woh­nen“ und „Woh­nen zur För­de­rung behin­der­ter Men­schen“ aus­ge­wie­sen hat.

 

Eine Flä­che von 7 Fuß­ball­fel­dern. 

Die­se Flä­che ist mehr als ein land­wirt­schaft­lich genutz­ter Raum.  Es ist ein zum See abfal­len­den eis­zeit­li­cher Morä­nen­rü­cken, der die ursprüng­li­che Land­schafts­form des Ammer­see Ost­ufers noch sicht­bar macht. Ein bei­spiel­lo­ses inner­ört­li­ches Natur­ju­wel, das nicht nur Vögeln, Fle­der­mäu­sen etc. als Flug- und Lan­de­platz sowie Sam­mel­platz vor dem Vogel­zug dient, son­dern auch vie­le Spa­zier­gän­ger und Rad­fah­rer begeis­tert, wel­che die unglaub­li­chen Stim­mun­gen und Son­nen­un­ter­gän­ge über dem See erle­ben. Ent­lang der des­halb auch so genann­ten „See­blick­stras­se“ führt ein Pan­ora­ma­weg mit atem­be­rau­ben­den Aus­bli­cken von der Alpen­ket­te über den See zur Mari­en­stifts­kir­che von Die­ßen bis zum nörd­li­chen Seeufer.

Es darf doch nicht im Sin­ne des Klos­ters sein, die von Gott so herr­lich geschaf­fe­ne Natur wegen des der­zei­ti­gen Bau­booms für unse­re und alle nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen zu opfern. Zu opfern für ein Neu­bau­ge­biet, das über­di­men­sio­niert ist und für das kei­ne alter­na­ti­ven Stand­or­te geprüft wur­den. Die Ver­ant­wor­tung für den Ver­lust die­ses wun­der­schö­nen Fleck­chens Natur tra­gen der der­zeit amtie­ren­de Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Schil­ler und die Gemeind­rä­te. Will die Kon­gre­ga­ti­on wirk­lich die gan­ze Wie­se  zubau­en lassen?

War­um blockt das Klos­ter Gesprä­che mit den Betrof­fe­nen ab? War­um kei­ne Trans­pa­renz? Geht es um gegen­sei­ti­ge Zusi­che­run­gen aus der Ver­gan­gen­heit? Gibt es einen Zusam­men­hang zwi­schen der Erschlie­ßung des neu­en Feu­er­wehr­hau­ses in Breit­brunn und der Bebau­ung der Klos­ter­wie­se? Es exis­tiert ein städ­te­bau­li­cher Ver­trag zwi­schen der Gemein­de und dem Klos­ter. War­um wird die­ser nicht offen gelegt? Geht es um die Vor­ab­in­ves­ti­ti­on im Pla­nungs­ver­fah­ren, die sich jetzt aus­zah­len muss? Die ableh­nen­den Stim­men rumo­ren über­all am Ort aber Vie­le sind dem Klos­ter mit Recht aufs Tiefs­te ver­bun­den und kön­nen sich des­halb nicht für den Erhalt die­ses ein­zig­ar­ti­gen Flecks Erde öffent­lich ein­set­zen. Vie­le, auch Aus­wär­ti­ge, suchen Bau­land und wün­schen sich dort zu woh­nen, aber es wird nicht mehr der reiz­vol­le Ort Klos­ter­wie­se sein, auf dem sie ger­ne sie­deln wol­len son­dern es wird ein Aller­welts- Neu­bau­ge­biet sein, das die spe­zi­fi­sche Natur­schön­heit die­ses Ortes nicht berück­sich­tigt. 

Wo blei­ben da das Enga­ge­ment und der Auf­schrei von Natur­schüt­zern und der Grü­nen die­ses ein­ma­li­ge Land­schafts­bild zu erhal­ten?  Die Gemein­de ver­öf­fent­licht in der Pla­nungs­pha­se Bil­der des Klos­ter­ackers bei die­si­gem Wet­ter und ohne die so oft erleb­ba­ren traum­haf­ten Aus­bli­cke auf die Ber­ge und den Ammer­see. Ja, in die­sen Bil­dern erkennt man die Schön­heit die­ser Frei­flä­che nicht. Da fällt der Abschied leicht.  Nur das wird der Klos­ter­wie­se nicht gerecht. Die Breit­brun­ner Klos­ter­schwes­tern wis­sen wovon wir sprechen.

Auch die ers­ten Sied­ler in der dama­li­gen Orts­rand­la­ge respek­tier­ten die Klos­ter­wie­se als Frei­flä­che wegen sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Aus­bli­cke und benann­ten ihre Zufahrts­stras­sen “See­blick­stras­se” und “See­stras­se”.

Die­ser Flä­chen­fraß wider­spricht in jeder Wei­se den Vor­ga­ben und  Zie­len des Bun­des­um­welt­am­tes und deren „Akti­on Flä­che“. Grund­be­sit­zer und Inves­to­ren wer­den die Gewin­ner sein. 

Gel­ten die heh­ren Zie­le der Agen­da 21 der Gemein­de Herr­sching plötz­lich nicht mehr? 

  • Land­schaft erhalten
  • Flä­chen­ver­brauch reduzieren
  • Ver­kehrs­auf­wand reduzieren
  • Boden scho­nend nut­zen, wo mög­lich entsiegeln
  • Betrof­fe­ne einbeziehen

Herr­sching hat kein nen­nens­wer­tes Bevölkerungswachstum

Die Aus­wei­sung eines neu­en Wohn­ge­bie­tes außer­halb Herr­schings Orts­zen­trum ohne Fahr­rad­weg nach Herr­sching ist unver­ant­wort­lich. Hat es damit zu tun, dass man sich viel­leicht mit dem Gym­na­si­um zah­len­mä­ßig in der ers­ten Eupho­rie ver­rech­net hat? Jetzt müs­sen mehr Bewoh­ner her.  Die schlech­te Anbin­dung nach Herr­sching ist für die meis­ten Bewoh­ner ein Pro­blem, es besteht kei­ne kur­ze Erreich­bar­keit von Ein­zel­han­del, Bil­dungs- und Kultureinrichtungen.

Jüngst wur­den in Herr­sching meh­re­re neue Bebau­ungs­plä­ne geneh­migt, z. T.  mit umfang­rei­cher Bebau­ung. Vie­le Neu­bau­ten im Ein­fa­mi­li­en- und Mehr­fa­mi­li­en­haus Bereich wur­den fer­tig gestellt und es gibt vie­le Wohn­bau­stel­len und geneh­mig­te Wohn­bau­an­trä­ge. Steu­ern wir in eine Über­ka­pa­zi­tät, die dem pro­gnos­ti­zier­ten Bevöl­ke­rungs­wachs­tum nicht entspricht?

Der Bedarf ist wohl nicht so gege­ben, wie behaup­tet, denn in Breit­brunn steht ein attrak­ti­ves Neu­bau­vor­ha­ben seit vie­len Mona­ten zum Ver­kauf, das trotz inten­sivs­ter Wer­be­ak­tio­nen nicht ver­äu­ßert wer­den kann. Auch gebrauch­te Häu­ser sind Ladenhüter.

Der Bebau­ungs­plan „Klos­ter­wie­se“ sieht einer­seits außer­ge­wöhn­lich gro­ße Gebäu­de vor und ande­rer­seits eine extre­me Klein­tei­lung der Grund­stü­cke sowie eine sehr dich­te Bebau­ung.  Unter Hin­weis auf das klos­ter­ei­ge­ne, gro­ße  „Aus­reiß­erge­bäu­de“ an der See­stras­se nimmt man sich die Frei­heit, wei­te­re Groß­ge­bäu­de zu pla­nen obwohl die Umge­bung aus auf­ge­lo­cker­ter Ein­fa­mi­li­en­haus­be­bau­ung besteht. Man erin­ne­re sich noch­mals an die ursprüng­li­che Absicht s. oben.

Ursprüng­lich wur­de die Klein­tei­lung so pro­pa­giert, um jun­gen, ein­hei­mi­schen Fami­li­en die Mög­lich­keit zum Erwerb zu bie­ten. Da das Ein­hei­mi­schen­mo­dell und Ver­ga­be durch die Gemein­den EU – umstrit­ten ist, wird nun das Klos­ter den Grund­stücks­ver­kauf  ohne Trans­pa­renz vor­neh­men? Zunächst wur­den im Vor­feld öko­no­misch – sozia­le Ver­ga­be­kri­te­ri­en für einen Teil der Grund­stü­cke ver­öf­fent­licht.  Wür­de dar­an noch fest­ge­hal­ten werden?

Und dann noch eine gro­ße Mogelpackung:

Im neu­en Bebau­ungs­plan Klos­ter­wie­se wird eine GRZ mit 0,16 ange­ge­ben. Mutet erst harm­los an. Doch das ist geschönt. Hier wur­de die bebau­te Flä­che mit den Frei­flä­chen gemit­telt. In den Wohn­area­len ist sie also wesent­lich höher.

Ist das seriö­se Politik?

Ter­ras­sie­rung –  Abgra­bun­gen  – Aufschüttungen

Das gesam­te Gebiet wird umge­gra­ben. Hügel wer­den abge­gra­ben, Sen­ken wer­den auf­ge­schüt­tet, Tief­ga­ra­gen ver­sie­geln den Untergrund.

Wel­che Lawi­ne wird da los­ge­tre­ten? 

Alles ist lös­bar“, von wegen. Haus­be­sit­zer in Herr­schin­ger Hang­la­gen haben gro­ße Was­ser­schä­den in neu errich­te­ten Häu­sern. Und wer kann das bezah­len? Für jun­ge Fami­li­en mit gerin­ge­ren finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten wird die Hang­be­bau­ung mit dem Mehr­auf­wand wie Tief­ga­ra­gen, Abstütz­maß­nah­men, Was­ser­drai­na­gen etc. am Ende viel zu teu­er wer­den. Im bis­he­ri­gen Bebau­ungs­plan Nr. 22 für das bereits bebau­te, direkt angren­zen­de nörd­li­che Gebiet sind kei­ner­lei Abgra­bun­gen und Ter­ras­sie­run­gen aus geo­lo­gi­schen Grün­den erlaubt. Wie­so legt man jetzt nicht die glei­chen Maß­stä­be an? Die Natur und Boden­ver­hält­nis­se sind noch immer die gleichen.

Wohin fließt dann das Was­ser der vie­len Brun­nen, – „Breit­brunn“. Der Boden ist hier leh­mig und teil­wei­se mit Nagel­fl­uh ver­setzt. 

Des Einen Gewinn, des Ande­ren Verlust

Das Klos­ter wird  durch die gesam­te Umwand­lung der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Flä­che in Bau­land der Gewin­ner sein.

Die Anlie­ger die Ver­lie­rer. Sie müs­sen eine deut­li­che Wert­min­de­rung und Her­ab­set­zung ihrer Wohn­qua­li­tät hin­neh­men und müs­sen am Ende noch die Stra­ßen­neu­bau- und  die Stra­ßen­in­stand­set­zungs­kos­ten mit bezah­len. Mit Letz­te­ren ist bei dem enor­men Schwer­last­ver­kehr durch die gro­ßen Erd­be­we­gun­gen zu rechnen.

Bür­ger­meis­ter, Gemein­de­rä­te gel­ten nach der Gemein­de­ord­nung durch ihre Abstim­mun­gen bei allen Beschlüs­sen zum Bebau­ungs­plan „Klos­ter­wie­se“ als befan­gen und dür­fen dort kei­nen Grund erwer­ben. Auch dür­fen sie kei­nen per­sön­li­chen Nutz­nieß aus der Bebau­ung haben. Dies gilt auch für deren Angehörige.

Die „Null­va­ri­an­te“ wur­de nicht wei­ter untersucht

Bei der Nicht­durch­füh­rung des Bau­pro­jekts („Null­va­ri­an­te“) käme es zu kei­ner zusätz­li­chen Flä­chen­ver­sie­ge­lung, das Land­schafts­bild blie­be erhal­ten. Alle Breit­brun­ner und Besu­cher könn­ten sich wei­ter­hin an den herr­li­chen Stim­mun­gen und Aus­bli­cken oben auf der Klos­ter­wie­se erfreu­en und dort Kraft schöpfen.

Vie­le Details wur­den für die Bebau­ung der Klos­ter­wie­se geprüft, allein die Pro­gno­se bei Nicht­durch­füh­rung des Pro­jek­tes nicht. Die­se Prü­fung hät­te die Klos­ter­wie­se von Beginn an wahr­lich ver­dient. 

Ist dies nach­hal­ti­ges Den­ken, nach­hal­ti­ge Politik?

Früh­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung eine Farce

Die früh­zei­ti­ge Bür­ger­be­tei­li­gung zum Bebau­ungs­plan “Klos­ter­wie­se” im Rat­haus Herr­sching am 12.5.2015 wur­de nicht pro­to­kol­liert. Ent­täu­schend für die gekom­me­nen Bür­ger, denn dadurch wur­de die gerin­ge Bedeu­tung der Ver­an­stal­tung zum Aus­druck gebracht. Es gab zahl­rei­che Ein­wän­de und Vor­schlä­ge der Anlie­ger. Kein Ein­zi­ger wur­de berücksichtigt.

 

Der Bebau­ungs­plan­ent­wurf ist in ent­schei­den­den Punk­ten noch lücken­haft, bei­spiels­wei­se Ober­flä­chen­was­ser­ver­si­cke­rung. Die Behör­den­be­tei­li­gung erfolg­te in einer ultra­kur­zen Span­ne von 5 Wochen im Früh­jahr 2016. Reich­te die­se Begut­ach­tungs­zeit für so ein umfang­rei­ches Pro­jekt wirk­lich aus?  

Wir spre­chen uns klar für den Erhalt der Klos­ter­wie­se aus

Ver­ein Lebens­wer­tes Breit­brunn e.V.